Ich hab mal in der Morgendämmerung damit begonnen, die Charakteristika der Prokrastination abzustecken:

Einem echten Prokrastinierer geraten ja die Tages- und Nachtzeiten gerne durcheinander. Wie mir allerdings zu Theas Nachfolge-Kommentar eingefallen ist: Natürlich prokrastiniert sich’s vortrefflicher, wenn man über freie Zeiteinteilung verfügt. Ich würde also mal schätzen, dass Selbständige weit eher der Verschieberitis frönen als Menschen in einem fixen „Zeitverhältnis“.

So habe ich mir heute auch die Nacht um die Ohren geschlagen anstatt zu schlafen, weil mir so allerlei durch den Kopf ging und ich (wie so oft) den Eindruck hatte, tagsüber so gar nix weitergebracht zu haben. Und so kommt es dann, dass ich a) in der Morgendämmerung schon aktiv aber nicht mehr wirklich fit bin, dann zwischendurch doch mal aufs Sofa kippe und b) wenn ich dann doch wieder auf den Beinen bin, grade noch das Tageslicht schwinden sehe.

Das ist natürlich eine hervorragende Ausrede dafür, dass einige Tätigkeiten nicht so gut gelingen wie bei Tageslicht. Aufräumen zum Beispiel – ein klassisches Dämmerungsdilemma also 😉

Beim morgendlichen Herumtrödeln hab ich mir einen Überblick über das Ratgeber-Angebot zum Thema verschafft und plötzlich blitzte der Verdacht in mir auf, dass die Ratgeber und -innen gar nicht wissen können, wovon sie schreiben. Denn die zahlreichen Autorinnen und Autoren von Büchern rund um Prokrastination können keine Betroffenen der pathologischen Ausprägung sein. Sonst hätten sie nämlich nie einen Abgabetermin geschafft 😉 Nun kann man dagegen halten, dass ich auch schon 3 Bücher verfasst habe, aber das ist schon ein Weilchen her und heute würde ich mich nicht mehr trauen, einen Buchvertrag zu unterschreiben. Mit den Jahren wird das Problem nämlich nicht kleiner.

Ich behaupte ja mittlerweile, die Prokrastination ist nicht heilbar, man kann nur lernen damit zu leben und zwar so, dass sich der Schaden für die Mitmenschen und die eigene Person in Grenzen hält. Welche kleinen Tricks da helfen können, werde ich nach und nach zusammentragen. Und auch verschiedene Strategien vor- und zur Diskussion stellen, die so durchs Netz geistern.

Ehrlich gesagt bin ich noch ziemlich planlos, wohin die Reise führen wird – aber das ist ja nichts Neues 😉

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7 Kommentare auf "Donnerstag DämmerungsDilemma"

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Thea+Lücke
Gast

Immerhin hast du dich nun auf den Weg gemacht, die Prokrastination zu ergründen – ich bin gerne Weggefährtin u. durchaus daran interessiert, was man da so herausfindet 😉

Beatricia Dietrich
Gast

Dass Donnerstage dunkel dünken, denken diejenigen Damen , die die dringenden Dinge dauernd durchsprechen doch durchweg dürftig durchziehen

Thea Lücke
Gast

Der Spruch ist gut u. wahr – besser machen, statt viel zu grübeln/reden/schreiben!

Schreiben allerdings kann sehr hilfreich sein. Kürzlich hab ich durch Teilnahme an einer Schreibwerkstatt erfahren, dass es ausgebildete „Schreib-Therapeuten“ gibt (wusste ich vorher nicht). Dort wurden in kurzer Zeit knappe Texte verfasst, die – schön poetisch oder schlicht prosaisch – zwischen den Zeilen ganze gehaltvolle Lebensgeschichten erahnen ließen.

Beatricia Dietrich
Gast

Du musstest 3x lesen? Sicher weil ich ein KOMMA vergaß vor „doch“

😁😆😊

Thea Lücke
Gast

Hey, neuer Tag – neues Glück!

Oder wollen wir heute mit „frightening friday frustration“ beginnen, weil schon wieder eine Woche fast vorüber u. scheinbar nicht viel passiert?

Es passiert die ganze Zeit was – man muss den guten Dingen nur genügend Aufmerksamkeit schenken 😉

Danke eliZZZa für diesen Blog – habe mich bisher nie für Blogs interessiert, weil ich sie entweder als befindliche Kuschelrunde oder technisches Fachgesimpel kennen gelernt habe – beides nicht meine Welt. Aber diese Mischung hier, wo Forschergeist/Poesie/Alltägs-Glück+Leid/etc. zusammentrifft, gefällt mir sehr gut!

Diana William
Gast

Liebe Elizza, ich habe deinen oben angegebenen Buchtipp beachtet und nicht prokrastiniert, es auch gelesen und mit einiger Nachwirkzeit festgestellt, dass es mich nicht wirklich weiterbringt….und zum Tag-Nacht-Rhythmus: Achtung, der Körper – und die Seele auch – brauchen Licht ! Vitamin D-Mangel macht schlapp , lustlos und auf Dauer krank.
Liebe Grüsse aus dem Wendland, Diana