Ich liebe Eure Kommentare und manche werden mir wie auf dem Silbertablett serviert und kommen wie gerufen. So der Kommentar von Thea aus Berlin, den ich hier mal hervorhebe, um meine Gedanken dazu anzuhängen:

Liebe Elizzza, mir scheint, dass du hier auf kommunikative, kreative u. humorvolle Weise versuchst, gewisse Defizite bzw. Problemlagen anzugehen. Schöne Idee, gefällt mir sehr gut – besonders deine Begriff-Kreationen! Darf ich mich einklinken mit dem Stichwort „mind-messie-misery“?

Sehr wahrheitsgemäß schreibst du: „Wenn sich terminisierte Aufgaben immer noch unerledigt auf 10+ Jahre alten Listen finden, dann – so behaupte ich – hast Du ein ernsthaftes Problem.“ So alt sind meine wichtig terminierten ToDo-Listen noch nicht – das ernsthafte Problem ist trotzdem da … und muss behoben werden, worüber ich mich hier gar nicht lange auslassen möchte – nur soviel:

Aus der Kreativ-Szene kommend betreibe ich seit einigen Jahren ein Upcycle-Projekt (http://www.recycle-werkstatt-berlin.de/), was dazu führte, dass ich mich hoffnungslos mit Materialsammlungen aller Art u. im Zuge dessen mit ständigen unsortierten Gedanken-Kram (bzgl. der dazu gehörigen Informationen über Nachhaltigkeit/Umweltschutz/Müllvermeidung/-reduzierung/-verwertung/etc. = großes Thema – daher „mind-messie“) konfrontiert sah … worauf hin andere wichtige Aufgaben unbeachtet blieben – die nun Schritt für Schritt in Angriff genommen werden – mit Hilfestellung entsprechnder Beratungsstellen, wie z.B. Schuldnerberatung (das mal als Hinweis zum ernst der Lage – daher „misery“).

Könnte es hier eine Sparte „mind-messie-misery“ geben?
Für das, was wirklich keinen Spaß macht (Staubsauger-Abneigung ist harmlos dagegen!) u. die (terminierte) Dringlichkeit der Angelegenheit es noch schwerer macht, gedanklich klar auf der Spur zu bleiben, damit daraus effektives Handeln erfolgen kann? Könnte ja evtl. auch für andere hilfreich sein … und ist meiner Meinung nach zu ernst, um im Plauderton zwischen die anderen Kommentare gestreut zu werden.

Mit optimistischen Grüßen 😉 Thea

Liebe Thea, ich habe mir erlaubt, Dein Stichwort hier gleich als Beitragstitel zu verwenden. Ich lese – mehr oder weniger zwischen den Zeilen -, dass Du dich zu den pathologischen Prokrastinatorinnen zählst. Und vermutlich hast DU zwischen meinen Zeilen gelesen, dass dies der letzte Versuch einer pathologischen Prokrastinatorin kurz vor dem Absturz in ein Allover-Messie-Leben ist.

Nachdem ich mich endlich aufgerafft habe, diese Site zu beginnen (hat etwa 10 Jahre gedauert), bin ich über die eigene Courage ein wenig überrascht und befinde mich auf einer täglichen Gratwanderung wie weit ich mich hier outen möchte.

Schuldnerberatung war bei mir noch nicht notwendig, aber nur aus einem einzigen Grund: Es gibt liebende Menschen, die mich nie im Stich lassen (vor allem einen). Gäbe es diesen einen Menschen nicht (der aus unerfindlichen Gründen seit 30 Jahren unerschütterlich an mich glaubt), würde ich längst unter einer Brücke campieren. So schaut’s nämlich aus.

Und wenn ich hier die JedenTagMorgenMisere mit viel Galgenhumor beschreibe, weiß ich doch, dass hier viele mitlesen, denen das Scherzen über ihre Situation schon lange vergangen ist. Ich kenne persönlich und augenscheinlich Menschen, die durch pathologische Prokrastination ihre Wohnung und ihre Existenz verloren haben und de facto auf der Strasse leben.

Zu Deinem Kommentar tun sich mir natürlich viele Fragen auf: Es interessiert mich, wie alt Du bist. Hast Du schon vorher „Material gesammelt“ und hat sich daraus die Geschäftsidee ergeben? Oder hattest Du die Geschäftsidee und daraus hat sich dann eine gewisse „Sammelleidenschaft“ ergeben? Lebst Du allein? Mit Katze? Die letzte Frage mag nun blöd klingen aber ich behaupte mal, Katzen sind für Prokrastinatoren eher geeignet. Das Gassi-Gehen mit Hunden erfordert eine gewisse Disziplin – der einzige Grund, warum ich nicht auch noch einen Hund habe 😉

Tja, es gäbe dazu noch viele Fragen, aber für’s Erste lass ich es mal dabei. Du musst auch nicht antworten oder mehr Details verraten, ein springender Punkt ist ja, dass es immer mühsamer wird, ein „Image“ aufrecht zu erhalten. Aber wem sag ich das.

Jedenfalls darfst Du davon ausgehen, dass es auf dieser Site nicht bei humorvollem Geplänkel bleiben wird. Ich muss mich bloss ein wenig herantasten (an die eigene Courage).

In diesem Sinne auch Dir penetrant-optimistische* Grüße aus Wien nach Berlin,
Deine eliZZZa

* „Du bist ein penetranter Optimist“, meinte meine Mutti oft – doch dazu ein anderes Mal…

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4 Kommentare auf "Mittwoch Mind Messie Misery – danke Thea!"

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Thea Lücke
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Liebe eliZZZa 1. vielen Dank für so schnelle u. ausführliche Antwort! 2. großen Respekt für Offenheit u. Mut, mit der du (mit deinem eigenem pers. Hintergund) auf meinen Text eingangen bist !!! Zu deinen Fragen: Ich bin Jahrgang ’66 – werde bald also 52 (kann ich selber kaum glauben) – der Sammel-Leidenschaft ging auf jeden Fall erstmal die Bastel+Handarbeit-Leidenschaft voraus (die hatte ich schon als Kind). Spätestens seit 2008 = mein Umzug nach Berlin (vorher 10 Jahre Köln) arbeite ich nur noch mit Gebrauchtmaterialien. Einmal in dieser Nummer drin, kommt man quasi nicht mehr raus – das Thema „Upcycling“ ist… Read more »